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11.01.2010 | Pflegeverantwortung übernehmen

„Hier in unserer ländlichen Region ist die Bereitschaft zur Übernahme von Pflegeverantwortung nach wie vor vorhanden. Dabei ist es besonders wichtig, dass die Angehörigen sich mit dieser Aufgabe nicht allein gelassen fühlen“, weiß Karin Schnabel, Nachsorgekoordinatorin der Klinikgruppe Graf von Oeynhausen-Sierstorpff. In ihrer Funktion trägt sie unter anderem dafür Sorge, dass die Patienten, auch nach der Reha in einer der gräflichen Kliniken, gut zu Hause versorgt sind. Deshalb bietet die Marcus Klinik Pflegekurse für pflegende Angehörige an, an denen auch alle anderen Interessierten aus der Region kostenlos teilnehmen können.

„Wir stellen nach wie vor fest, dass viele Angehörige aus einer gewissen Zurückhaltung heraus das Gefühl haben, alles alleine machen zu müssen. Irgendwann ist dann der Punkt gekommen, an dem man einfach völlig ausgebrannt ist. Das hilft letztendlich keinem weiter: weder dem Erkrankten noch dem Angehörigen, der es ja nur gut meint“, berichtet Praxisanleiterin Verena Wilk (Pflegerin der Marcus Klinik; Foto: 2. von links). „Es ist mir deshalb ein wichtiges Anliegen in den Kursen zu vermitteln, dass es verschiedene Unterstützungsangebote gibt und wie man sich selbst Pflegenetzwerke aufbauen kann. Vielen Kursteilnehmern hilft es auch schon sehr viel weiter, wenn sie sich untereinander austauschen. Mit jemandem reden zu können, der die eigenen Sorgen kennt, das ist bereits ein ganz wichtiger Kraftquell für die pflegenden Angehörigen.“

Weitere Kursinhalte sind: das Erlernen pflegerischer Kompetenzen, der richtige Umgang mit Hilfsmitteln, Integration der Pflege in den Alltag bzw. in die Familie sowie die Bewältigung der neuen Anforderungen. Ausgestattet mit neuem Fachwissen fällt die Übernahme der Pflegeverantwortung den meisten Kursteilnehmerinnen und Teilnehmern gleich viel leichter.

Tipps:
So sollten Sie sich vorbereiten, wenn Sie die Pflege eines Angehörigen zu Hause übernehmen möchten:
- Lassen Sie sich von professionellen Pflegekräften anleiten und schulen! Diese Schulung sollte unbedingt einen Praxisteil beinhalten, bei dem Sie die nötigen Handgriffe sowie den Umgang mit Hilfsmitteln einmal selbst, unter Beobachtung durch den Pflegeexperten, ausführen. Das gibt Ihnen Sicherheit.
- Suchen Sie die Aussprache mit anderen Pflegenden. Diese können Sie besonders gut verstehen und Sie merken, dass andere ganz ähnliche Anliegen haben, wie Sie selbst.
- Verzichten Sie nicht darauf Unterstützungsangebote in Anspruch zu nehmen, auch wenn es Ihnen am Anfang unnütz erscheint. Bedenken Sie, dass die dauerhafte Verantwortung sonst evtl. bei Ihnen alleine liegt und Sie somit quasi „niemals ausfallen dürfen“. Das ist auf Dauer nicht möglich! Deshalb nutzen Sie Unterstützungsangebote, wie z.B. ambulante Pflegedienste und Tagespflegeeinrichtungen, welche oft auch eine stundenweise Betreuung anbieten. Der Aufbau eines so genannten Pflegenetzwerkes, zu dem neben weiteren Familienmitgliedern auch Freunde und Nachbarn gehören können, kann ebenfalls eine Entlastung darstellen.
- Die unabhängige Pflegeberatungsstelle im Kreishaus Höxter, kann Ihnen darüber Auskunft geben, welche finanziellen Hilfen Ihnen zustehen.